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Gedanken zur Jahreslosung 2022

Gedanken zur Jahreslosung 2022


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Veröffentlicht von Florian Wörnle am Montag, 10. Januar 2022, 00:00 Uhr

Gedanken zur Jahreslosung 2022

Jesus Christus spricht: Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen. 

Täglich öffnen und schließen wir Türen. Hinter manchen Türen wissen wir, was uns erwartet. Vor anderen Türen stehen wir unsicher und nervös. Jede Tür kann andere Gefühle in uns auslösen. Stehen wir vor dem Amtszimmer einer Behörde, der Haustür von Freunden, der Sprechzimmertür einer Arztpraxis oder stürmen gleich unsere Kinder oder Enkel herein? Im Leben gibt es viele  „Türmomente“. Wunderschöne und unangenehme. Türen können trennen und verbinden. Meist hängt es von beiden Seiten ab – vor und hinter der Tür. Es kostet manchmal doch große Überwindung manche „Türschwelle“ zu überwinden. 

Für Jesus sind solche Schwellen kein Hindernis. Er geht auf Menschen zu, öffnet so manche neue Tür, auch welche, vor denen man Jesus nicht erwartet hätte. Ich denke da an das gemeinsame Mahl mit dem kleinen Zachäus. 

Jesus strahlt die Haltung, die ihm sein Vater gibt nach außen hin aus: 

„Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen.“

Als Pfarrer der Kirchengemeinde frage ich mich immer wieder, was die Menschen brauchen, damit sie Gottes wunderbare Botschaft wahrnehmen. Die Strukturen in der Kirche erwarten, dass Menschen kommen. In die Gottesdienste, zu den Angeboten der Gemeinde, zum Gospelchor, zu Angeboten der Jugend oder zum Seniorenkreis. Es gibt viele Angebote. Wir erwarten als Kirche, dass die Menschen sich auf den Weg machen. Und natürlich haben wir die Haltung: „Wer zu uns in die Gemeinde kommt, den werden wir nicht abweisen.“ 

Trotzdem werden es weniger, die kommen. 

Vielleicht braucht es einen Perspektivwechsel. Wir als Kirche, aber auch als Gemeinde könnten ihn brauchen. Vielleicht sollten wir überlegen, wie wir mit der wunderbaren Botschaft hinausgehen können. Nicht zu erwarten, dass Menschen, die den Zuspruch Gottes brauchen, kommen. Sondern, dass wir mit der Botschaft Gottes zu den Menschen gehen. Die Corona-Situation hat uns als Kirchengemeinde viel Neues ausprobieren lassen. Die Gemeinde musste bzw. muss in vielen Situationen flexibel sein. Dabei haben wir immer wieder die Frage gestellt, was Menschen brauchen, um die Schwellen zur Kirche als möglichst gering zu empfinden.

Genau diese Türschwellen niedrig zu halten, damit Jesus zu den Menschen sagen kann: „Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen.“ Und genau das können wir als Gemeinde, wenn wir die Menschen, die auf unserem Gemeindegebiet und aber auch darüber hinaus wohnen, besser wahrnehmen. Wenn wir in Kontakt gehen, gerade in dieser schwierigen Zeit.

Behüt Sie Gott, Ihr Pfarrer Florian Wörnle